Sonntags-Wort

Weizenkorn

Predigtgedanken zum 5. Fastensonntag


Wer sein Leben liebt, verliert es. Das steht im Evangelium des 5. Fastensonntags.

Der Kontext dieser Perikope ist eine Bitte von einer Gruppe von Griechen: Sie wollen Jesus sehen – ein Anliegen, das auch heutige Menschen haben könnten; Jesus sehen und kennen lernen!

Wie reagiert Jesus? Er gibt den Bittenden – und in gewisser Weise auch uns – ein Bild zum Nachdenken: das Bild vom Weizenkorn. Sinngemäß höre ich Jesus sagen: „Ihr alle wisst doch, wie es in der Natur zugeht und ihr wisst, was mit einem Weizenkorn geschieht, wenn man es auf einem Steinboden oder auf einer Tischplatte liegen lässt. Dort kann es nicht wachsen und sich nicht vermehren, es wird vertrocknen. Aber wenn ihr das Weizenkorn in die Erde legt, dann kann es Frucht bringen. Es stirbt zwar von seiner äußeren Gestalt her, aber in Wirklichkeit geschieht genau da ein Wunder: aus seinem Inneren wächst Leben und vervielfacht sich.

Dieses Bild verwendet Jesus, um sein Leben zu beschreiben. Er vergleicht sich selber mit einem Weizenkorn, das äußerlich sterben muss, aber aus seinem Inneren, aus seinem lebendigen Geist entsteht etwas Neues.

Gewiss, es ist schwer, sich hinzugeben. Das war es auch für Jesus. Das ist es für jede Mutter, das spürt jede, die vertrauensvoll gibt. Aber nur so entsteht dieses Mehr!

Die Alternative wäre: für sich bleiben, nichts hergeben. Wer sein Leben nur für sich behält, der verliert es. Das ist das Körnchen Wahrheit, das in der Provokation vom Anfang steckt.  

Ein Leben in Hingabe ist manchmal eine angsteinflößende Zumutung – keine Frage. Doch Jesus mutet uns so ein Leben zu. Denn er möchte nicht, dass wir allein bleiben. Er selber ist uns mit seiner Hingabe mutig vorangegangen.

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