Wie mit Spannungen umgehen?

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl

 
Viele Themen klingen im heutigen Sonntagsevangelium an; ich möchte eines herausgreifen und betiteln: Spannungen in einer Gruppe – wie damit umgehen?
 
Überall wo Menschen zusammenleben, gibt es Spannungen, Spaltungen, Parteiungen. Grund dafür sind oft Neid, Missgunst und Unverständnis mit jemandem, der anders ist. All das hat Jesus am eigenen Leib erfahren. Sogar seine Familien-Mitglieder – und das tut besonders weh – habe gesagt: der ist von Sinnen, nicht ganz normal… Auch die Schriftgelehrten, die von Gott reden, haben die Kraft Jesus nicht anerkannt und ihn bezichtigt, er heile mit der Kraft der Dämonen.
 
Wie ging nun Jesus damit um?
Er hat ganz klar gesagt: 
 
  1. eine Gruppe, die in sich gespalten ist, kann keinen Bestand haben. Auch Menschen, die mit sich selber uneins sind, können nicht bestehen…
  2. Und weiters ist klar: Kriege kann man nicht mit Kriegen beenden; Dämonen nicht mit Dämonen kämpfen… 
  3. Wer aus dem Teufelskreis der gegenseitigen Zerstörung aussteigen will, muss seinen Horizont erweitern und über die Grenze der Familie und der Gruppe hinausschauen. Jesus sieht mit den Augen Gottes, deshalb kann er Familie größer sehen: alle Menschen gehören zur Familie Gottes. Gott will das Heil für alle.
 
Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gottes Wille kein strenger kleinlicher Geist des Prüfens und Bestrafens ist, sondern dass er dem Menschen alles gönnt und sehnsüchtig nach ihm Ausschau hält: Adam, Mensch, wo bist du? Ich will dich heilen und dir helfen, dass du wieder weit werden kannst. 
 
Wer so nach dem Willen Gottes lebt, kann wie Jesus kleingeistige Spannungen überwinden.