Zuwendung (Predigt, 5.So. im JK)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen: Ijob 7, 1-4.6-7 | 1 Kor 9, 16-19.22-23 | Evangelium: Mk 1, 29-39

Jesus ist Gottes Zuwendung - wir sollen wirken wie Jesus

In der ersten Lesung vom heutigen Sonntag begegnet uns der leidgeplagte Ijob, der vom Schicksal geschlagen ist. In seiner Klage spricht er etwas aus, das viele Menschen auch so empfinden: „Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben?“

Schon als Kind habe ich von meinen Eltern den Satz gehört, dass das Leben ein Kampf sei; doch ich wollte das nicht wahrhaben. Heute weiß ich, dass vieles im Leben zur Mühsal werden kann, zu einer Last, unter der manche Menschen sogar zusammenbrechen.

Im Evangelium begegnet uns der heilende Jesus. Er ist lebendiges Wort Gottes und damit ist er auch Antwort auf die Klage vieler Menschen, wenn er heilt und sich den Menschen zuwendet. Jesus ist keine Antwort auf das Leid im Sinn einer Erklärung, sondern durch konkrete Zuwendung.

Petrus erzählt im von seiner erkrankten Schwiegermutter und Jesus geht mit ihm zu ihr und richtet sie wieder auf. Er lässt sich vom Leid der Menschen in Anspruch nehmen und heilt an jenem Abend auch viele andere Kranke, die zu ihm gebracht werden.

Dann erzählt das Evangelium, dass Jesus schon in aller Frühe aufsteht, um alleine zu beten.

Obwohl ihn die Leute suchen, ruht er sich nicht auf seinem Erfolg aus, sondern möchte auch in andere Dörfer gehen, wo man ihn braucht.

Als Brückenschlag in unsere Zeit möchte ich die Frage stellen:

Wenn Jesus Gottes Antwort auf das Leid ist, wenn er die Offenbarung der Absicht Gottes in dieser Welt ist, bedeutet das dann nicht, dass auch wir dazu fähig wären? Hat nicht Jesus oft genug eingeladen, so zu handeln wie er? Er sagt ja zu uns: Ihr seid das Licht der Welt!

Um so wie Jesus Licht zu sein, heilende Zuwendung also, braucht es m.E. drei Dinge:

  1. Wir müssen uns vom Leid der Menschen berühren und ansprechen lassen.
  2. Wir müssen schauen, wo wir uns wieder Kraft holen und auftanken können - so wie Jesus im einsamen Gebet.
  3. Es muss uns bei unserem Wirken immer um die Menschen gehen, die uns brauchen und nicht um den eigenen Erfolg

Dann werden wir Licht sein, heilende Zuwendung, die konkrete Antwort ist auf die Nöte der Menschen.