Jesus - Bild der Absicht Gottes (23.So JK)

23. Sonntag im Jahreskreis - Willkommensmesse

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen: Jes 35, 4-7a | Jak 2, 1-5 |
Evangelium: Mk 7, 31-37

Gerne möchte ich mit euch in drei Gedankenschritten nochmal durch das heutige Evangelium gehen und das mit euch teilen, was mich angesprochen hat; es sind also meine Gedanken, meine Deutung, meine Sichtweise... dh. jeder und jede kann auch andere Impulse daraus mitnehmen...

Mir ist beim Lesen und Nachdenken über die Stelle aufgefallen, dass es da heißt: Man brachte einen Taubstummen zu Jesus.

Er ist also nicht selber auf ihn zugelaufen. Sondern man brachte ihn zu Jesus.

Vielleicht haben die Leute Mitleid gehabt. Vielleicht wollten sie wissen, wie Jesus mit ihm umgeht, wie er auf das Leid dieses Menschen reagiert, wie er es deutet.

Ich habe mich gefragt: Wie schaut das bei mir aus? Wer hat mich zu Jesus gebracht? Was bringt mich heute näher zu Jesus?

Und da ist mir bewusst geworden:

Dass mich meine Freuden und Sorgen immer wieder zu Jesus bringen. Besonders wenn ich in der Stille allein spazieren gehe und ich meine Zerbrechlichkeit ahne, besonders da taucht plötzlich Jesus auf, wie ein Vertrauter, wie einer, der mich kennt, wie einer, der mit mir geht, mir entgegenkommt, in mir geht...

Meine Gedanken, Freuden und Nöte also sind es, die mich in letzter Zeit wieder neu zu Jesus gebracht haben.

Der zweite Gedanke kommt vom Blick auf die Begegnung mit Jesus. Jesus nimmt den Taubstummen von der Menge weg.

Er will nicht, dass ihm alle zuschauen und ihn dann vielleicht loben. Denn jetzt geht es nicht um eine tolle Tat, nicht um ein Wunder, sondern es geht um den konkreten Menschen, der Hilfe braucht.

Und diese Begegnung ist nicht nur geistig, sondern ganz und gar körperlich, fast intim:

Jesus berührt seine Zunge mit Speichel und legt seine Finger in die Ohren.

Und mit einem tiefen Seufzer, also mit einem ganz persönlichen Gebet, blickt Jesus zum Himmel auf und verbindet den Himmel mit dem Taubstummen – so als wollte er ihn an den heilenden himmlischen Strom anschließen. Er: Effata! Öffne dich! Sprich nur ein Wort – und meine Seele wird gesund, fällt mir da auch ein. Die Begegnung mit Jesus ist persönlich, konkret, spürbar und heilsam.

Könnten wir einander auch mit soviel Innerlichkeit manchmal begegnen, es würde viel Heilsames von uns ausgehen.

Der dritte Gedanke ist eigentlich nur mehr eine Zusammenfassung: Jesus ist die menschgewordene Absicht Gottes.

In der Genesis heißt es: Gott sah alles an, was er gemacht hat, es war sehr gut.

Gott will also nicht, dass jemand krank ist, er hat keine Freude, wenn Menschen an Mangel leiden oder in sich gefangen sind. Er will befreien und heilen. (Sagt den Verzagten: Habt Mut)

An Jesus wird Gottes tiefste Absicht konkret spürbar. Und die Leute merken das, sie staunen und sagen: Er hat alles gut gemacht.

Durch Jesus verwirklicht sich die Schöpfungsabsicht Gottes – auch heute!