Predigt zum Muttertag (7.OSo)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen: Apg 1, 15-17.20a.c-26 | 1 Joh 4, 11-16 | Ev: Joh 17, 6a.11b-19

Ein Gedanke aus dem heutigen, so schwer verständlichen Evangeliums-Abschnitt ist mir hängen geblieben: durch den ganzen Text des Abschiedsgebetes Jesu zieht sich die Bitte um die Bewahrung der Menschen in seinem Namen, in dem Namen, den er selber von seinem Vater bekommen und geoffenbart hat.

Was bedeutet nun diese Bitte Jesu, in seinem Namen zu bleiben?

Zunächst einmal müssen wir uns bewusst werden, dass alle Geschöpfe den Namen ihres Schöpfers tragen, wie jede Firma auf ihr Produkt ihr Namensschild klebt.

Nur wir tragen den Namen Gottes unaustauschbar und noch viel innerlicher in uns: denn wir sind ein Abbild Gottes, er ist unser Autor/Schöpfer. Wir sind dazu geschaffen, immer mehr diesem Namen Gottes, seinem Abbild, in Freiheit zu entsprechen. Wie das ausschauen könnte, das hat uns Jesus vorgelebt, durch die Art wie er dachte, redete und handelte.

Ein Aspekt des Namens Gottes ist sicherlich die Mütterlichkeit. Ein Welt ohne Mütterlichkeit würde kalt und hart werden. Auch die Bibel betont sogar in einer patriarchal geprägten Gesellschaft den mütterlichen Aspekt Gottes, wenn sie zB an einer Stelle einlädt: Saugt euch satt an seiner tröstenden Brust.

Ich weiß, dass es heutzutage besonders schwer ist, Mütterlichkeit zu leben. Unsere Gesellschaft scheint die wertvollen Aufgaben einer Mutter nicht zu honorieren. Härte und Leistungsorientiertheit haben Vorrang.

Jesus bittet nicht, dass wir aus der Welt genommen werden sollen. Sondern er bittet: Vater bewahre sie in deinem Namen. Das heißt, wir können nicht unserer Gesellschaftsform und den Sachzwängen entfliehen, aber innerhalb dieser Welt dürfen wir den Namen Gottes lesbar machen durch unser Leben, besonders auch durch Mütterlichkeit.