Erscheinung des Herrn (Predigt Hlg. Drei Könige)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen: Jes 60, 1-6 | Eph 3, 2-3a.5-6 | Mt 2, 1-12

Den Jugendlichen, die nach Taize kommen, wird ein Grundsatz mitgegeben, der mir auch für uns Erwachsene gut zu sein scheint. Er lautet: Lebe vom Evangelium das, was du verstehst – auch, wenn es nur wenig ist. – Man könnte noch ein wenig mehr verallgemeinern: Beginne mit dem guten Leben, da wo du stehst, mit dem, was du hast.

Die Sterndeuter aus dem Orient sind uns in diesem Lebensgrundsatz ein schönes Beispiel:

  1. Sie folgen der von ihnen erkannten Spur:

    Sie haben noch nicht das volle Evangelium gekannt, aber sie haben eine kleine Spur zu ihm hin entdeckt, der sie gefolgt sind: den Stern.

    Für uns: lassen wir uns nicht abhalten, in die Schrift hinein zu schauen, auch wenn wir noch nicht den vollen Sinn erkennen; gehen wir den kleinen Spuren in den Texten nach, die wir verstehen. Sie führen uns zu Christus.
     

  2. Sie geben bei Misserfolg nicht auf:

    Sie haben sich nicht beirren lassen, als das Gesuchte und Ersehnte nicht an dem Ort war, wo sie vermutet hatten; der Stern der Frohen Botschaft hat sie auch aus den falschen Wegen herausgeführt.

    Für uns: wir werden beim Lesen des Evangeliums nicht immer gleich den tiefsten Sinn verstehen; das soll uns nicht beirren, weiter zu suchen.
     
  1. Zeichen am Weg übersehen sie nicht: Zeichen der Freude

    Es heißt, dass der Stern über dem Haus mit dem Kind stehen blieb und dass sich die Sterndeuter freuten.

    Für uns: Auch uns sind immer wieder kleine Zeichen am Weg geschenkt, die uns Freude bringen, die wir annehmen dürfen.

     
  2. Sie schenkten etwas von sich:

    Das Evangelium nennt drei Geschenke der Sterndeuter: Gold Weihrauch und Myrre.

    Mit diesen Geschenken stiften sie Beziehung und Austausch.

    Für uns: Auch wir haben von Gott Gaben bekommen, mit denen wir wirken dürfen.

     
  3. Sie kehren verwandelt nach Hause:

    Diese Männer, die im Volksmund als Heilige bezeichnet werden, haben vom Evangelium Jesu noch nicht alles gewusst und verstanden, aber das, was sie gesehen und verstanden haben, das haben sie gelebt. Und sie kehrten verändert in ihr Land zurück.

    Für uns: wenn wir uns für das gute Leben entscheiden und dieses in kleinen Schritten gehen, werden wir verändert – Unsere Christus-Beziehung wird unser Leben ausleuchten.