Aspekte der Erholung (Predigt 16.So im JK)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen des Tages: Jer 23, 1-6 | Eph 2, 13-18 | Mk 6, 30-34

Aus den Texten vom heutigen Sonntag kann ich drei wertvolle Gedankenanstöße zum Thema Erholung herauslesen:

  1. Erholung des Leibes

Um uns zu erholen, müssen wir ab und zu aus dem Alltagsdruck aussteigen, unsere Arbeit unterbrechen und uns eine Ruhepause gönnen.

Genau das lesen wir im heutigen Evangelium, wo Jesus seine Jünger einlädt, an einen einsamen Ort mitzukommen, um ein wenig auszuruhen. Denn sie fanden nicht einmal genügend Zeit zum Essen.

Zur Erholung des Leibes braucht es also oft auch den Ortswechsel, das Wegkommen aus der gewohnten Arbeitsumgebung, in der wir ganz auf Leistung eingestellt sind. Oft kann es auch hilfreich sein, das Handy auf Flugmodus zu stellen, um der ständigen Erreichbarkeit zu entgehen.

  1. Erholung durch Gemeinschaft und Zuspruch

Zur Erholung gehört auch der zwangslose Austausch, das absichtslose Miteinander, die schlichte Freude am anderen, das gemeinsame Essen und das aufmerksame Zuhören. Das trägt sehr zum Auftanken und zur Erneuerung bei.

Genau das macht Jesus, wenn die er die Leute nicht wegschickt, als sie ihm nacheilen; er hat Mitleid mit ihnen: sie sind wie Schafe ohne Hirt, sie sind ohne Zuspruch, ohne Bezugspunkt, der ihnen guttut. Und deswegen wendet sich Jesus jenen Leuten zu, und redet mit ihnen, weil sie einfach hungrig sind nach seinen Worten.

Auch uns tut es gut, nicht irgendwo einsam Urlaub machen zu müssen, sondern die Ferien-Erlebnisse auch mit anderen teilen zu können.

  1. Erholung durch den Frieden, der von Gott kommt

Zur Erholung kann schließlich auch das Vertrauen in Gott einen wertvollen Beitrag leisten. Es gibt uns mitten in einer turbulenten Welt eine gewisse Grundsicherheit, die uns trotz aller Ärgernisse und Negativ-Erfahrungen Frieden schenkt.

Wenn uns der Epheserbrief heute erinnert, dass wir in Jesus einen Zugang zum Vater haben, weil Jesus in sich keine Feindschaft zugelassen hat, ist das genau der Weg: mit Jesus können wir auch Unterschiedlichkeiten aushalten, weil wir wissen, dass Gottes Liebe alles umfassen kann. Seine Liebe ist wie die des guten Hirten, der auf alle Schafe in gleicher Weise schaut und für sie da ist.

Dieses Wissen kann viel zu unserer Erholung beitragen.