32. So im JK - Gedanken zum Evangelium

Gedanken zum Evangelium von MMag. Katharina Prammer | Evangelium: Mk 12, 38-44

Der Faschingsbeginn und das heutige Evangelium überschneiden sich beim Thema Ausgelassenheit. Ich meine, dass es uns hin und wieder einfach gut tut, ausgelassen sein zu können und auch einmal ausgelassen geben zu können. So wie die Witwe. Witwen stehen in der Bibel unter besonderem Schutz Gottes. Sie gehören zur allerärmsten Gesellschaftsschicht und bedürfen daher eines besonderen, auch rechtlichen Schutzes. Das ist in der biblischen Sozialgesetzgebung häufig zu lesen.
Witwen waren aber auch oft diejenigen, die für das Reich Gottes besonders fruchtbringend gewirkt haben – mit Geld, mit Gebet, mit ihrem tätigen Glauben.

Die Witwe im heutigen Text gibt zwar nur ein paar Cent, das ist aber ALLES! Vermutlich ist nicht die Spende gemeint, sondern ihre Bereitschaft, Gott alles zu geben.
Das schaffe ich nicht!
Weder mein Geld, noch meine Energie, noch meine Liebe, noch meine Zeit.
Da halten mich Bequemlichkeit und Bedürfnisse (z.B. nach materieller Sicherheit) zurück.

Und darum möchte ich Anleihen am heutigen Tagesheiligen nehmen: dem Hl. Martin. Der ist ja bekannt fürs Teilen.
Einen Teil zu geben, das schaffe ich schon.
Zum Beispiel einen Geldbetrag zu spenden, mich mit jemanden über den Alltag oder auch den Glauben auszutauschen. Am Leben anderer teil zu haben und andere an unserem teilnehmen lassen, das tut uns vermutlich allen gut.

Und dann noch etwas anderes:

Warum sitzt Jesus vor dem Opferkasten?
Vielleicht deshalb, um uns einfach sein Dasein, seine Beziehung anzubieten. Wie nehmen wir dieses Beziehungsangebot an?