Wille Gottes (Predigt 26.So im JK)

26.Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen: Ez 18, 25-28 | Phil 2, 1-11 | Evangelium: Mt 21, 28-32

Zustimmung des Herzens

Im heutigen Evangelium geht es darum, so zu leben, dass wir den Willen Gottes erfüllen. Viele religiöse Menschen der Zeit Jesu meinen, dies bereits zu tun, indem sie an den Geboten festhalten und ein äußerlich sichtbares frommes Leben führen. Doch Jesus geht es nicht nur um Äußerliches, sondern um die Zustimmung des Herzens. Deshalb erzählt er den Ältesten und Hohepriestern ein Gleichnis: Ein Winzer bittet seine Söhne, für heute in seinem Weinberg zu arbeiten. Der eine sagt sofort Ja, geht aber nicht. Der andere will nicht, besinnt sich aber später und geht dann doch.

Für mich stecken drei schöne Botschaften bzw. Impulse in dieser Erzählung:

  1. Gott bittet uns, in seinem Weinberg zu arbeiten. Das heißt, er überträgt uns Verantwortung, wir dürfen an seinem Eigentum mitwirken. Das kann manchmal anstrengend sein, es gibt dabei aber sicherlich viele Momente der Freude und des Staunens. Der Weinberg, das ist unsere Umgebung, in die wir gestellt wurden bzw. für die wir uns entschieden haben. Gottes Stimme hören wir, wenn Menschen uns brauchen, uns entgegenkommen, Gemeinschaft suchen. Gottes Ruf aber ist auch in der ganzen Schöpfung vernehmbar. Wir dürfen sie bewahren und bestaunen.
  2. Gott nimmt unseren Willen ernst – wir können einstimmen oder uns dagegen wehren. Und das Schöne ist – wir können in unserem Erkennen wachsen: auch wenn wir zuerst unserem Willen folgend Gottes Anspruch abgewehrt haben, kann später aus einem Nein ein Ja werden. Gott nimmt unser Wachstum ernst wie Eltern bei ihren Kindern.
  3. Die Warnung in der Geschichte ist: dass wir uns mit einem oberflächlichen Ja täuschen und meinen, wir wüssten schon alles von Gott und wir hätten damit schon seinen Willen erfüllt. Ein oberflächliches Ja ist wie eine äußerliche Religiosität, die wie ein Panzer ist, aber das Herz ist davon nicht berührt.