Hoffnung und Liebe (6. So.OZ)

Gedanken zu den Schriftstellen des Tages von MMag. Katharina Prammer | Apg 8, 5-8.14-17 | 1 Petr 3, 15-18 | Joh 14, 15-21

Zwei gewichtige Themen Worte werden uns in den Texten des 6. Sonntags in der Osterzeit präsentiert.

Der Satz „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der euch nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“, spricht mich besonders an.

Was hoffe ich eigentlich? Dass es zu Pfingsten schön wird; für eine Freundin, dass das Ergebnis einer Untersuchung gut ausschaut; dass Sie mit einigen meiner Gedanken etwas anfangen können…

Und meine ganz große Hoffnung? Dass irgendwie irgendwann alles gut wird … Ich kann es nicht konkreter fassen. Ich will halt glauben, dass mein Leben nicht von mir allein abhängt, sondern dass ein Gott mitmischt und die ganze Schöpfung sozusagen von der Zukunft her zu sich zieht. Dann ist alles gut.

Manchmal kann ich diese große Hoffnung spüren.
Schön wärs, wenn dann Menschen, die mir begegnen, merken, dass mich etwas Besonderes motiviert. Und vielleicht sogar nachfragen. Ein Austausch über solche Themen ist nämlich echt spannend! Ich frage Sie jetzt: Welche Hoffnung erfüllt denn Sie?

Das zweite große Thema ist Liebe
Und wie gehen Liebe und Gebote zusammen? Jesus spielt sie nicht gegeneinander aus, sondern sagt: wer liebt, hält die Gebote – sozusagen ganz automatisch.

Um Liebe annähernd zu verstehen, kann der aktuelle Kinofilm „Die Hütte“ weiterhelfen.
Gott lebt als drei Personen in einer Hütte, in der ein schweres Verbrechen passiert ist, mit dem der Protagonist Mack hadert.
Gott, das sind eine gutmütige, aber doch auch respekteinflössende Mama, ein fescher pragmatischer Tischler, der wie ein Bruder ist und eine zarte Frau, die alles, was sie in die Hand nimmt, in Schönheit verwandelt.
Ein gute, heimelige Atmosphäre herrscht in der Hütte, allerdings nicht ohne Schmerz: alle drei Personen tragen die Wundmale Christi als Narben. Aber gerade deswegen verstehen sie einander ohne Wenn und Aber und schauen mit diesem Blick auch die Menschen - ALLE Menschen - als ihre Kinder an.

Und diesen Blick leihen sie kurzfristig auch Mack. Er lernt, auf seine eigenen Verwundungen und auf die Menschen, die er dafür verantwortlich macht und verurteilt, liebevoll zu schauen. Das schrittweise Lernen an der Hand Gottes ist heilsam für ihn. Er findet wieder Kontakt zu sich selbst und somit einen Weg aus seiner großen Traurigkeit. Er kann endlich mit seiner älteren Tochter reden. Er schafft es zusehends dem Mörder seiner jüngeren Tochter zu verzeihen. Und es öffnet sich für ihn ein Weg des Gottesglaubens.

Jesus fasst die Frage nach dem wichtigsten Gebot so zusammen: Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst.