Fürchtet euch nicht (Predigt, 12.So im JK)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Textstellen des Tages: Jer 20, 10-13 | Röm 5, 12-15 | Evangelium: Mt 10, 26-33

Vielleicht haben sich manche beim Hören der biblischen Texte vom heutigen Sonntag gedacht: diese Lesungen passen ja gar nicht zu so einem freudigen Anlass eines Ehejubiläums. Stimmt! – Zumindest auf den ersten Blick.
Ich habe kurz überlegt, andere Texte zu nehmen, dann aber habe ich mich entschlossen, ich bleibe bei den für den heutigen Sonntag vorgesehen Lesungen; denn in der Ehe ist es ja auch so: nicht immer kann man sich die Sonnenseiten aussuchen, oft genug muss man annehmen, was gerade da ist – zusammenhalten in guten und schweren Zeiten – und das Beste daraus machen.

Das will ich nun auch mit den Texten tun.
Vom Evangelium ist mir die schöne, aber auch geheimnisvolle Zusage Jesu im Ohr geblieben: „Fürchtet euch nicht vor den Menschen. Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.“
Lasst mich dies mit meinen eigenen Worten einmal ausdrücken:

Die Grundbotschaft steht am Anfang: Fürchtet euch nicht! Weder vor einem Urteil von Menschen, also vor dem, was „de Leut reden“, noch vor der Zukunft, noch vor irgendwelchen Ungerechtigkeiten oder Unsicherheiten (vgl. die Klage des Jeremia), auch nicht vor Fehlern und Schwächen...

Denn es gibt ein Licht, das alles enthüllt, aufdeckt, das zeigt, wie die Welt in Gottes Augen ist...
Dieses Licht ist uns in Jesus Christus aufgestrahlt: es ist die Liebe Gottes, die uns umgibt, die alles erhofft, alles glaubt und allem stand hält.
Mit dieser Liebe sind wir geliebt. Auch wenn vielleicht manchmal Wolken die Strahlen der Liebe verdecken, ist diese Liebe der Grund, warum wir zuversichtlich sein können und ohne Furcht.

Es gibt noch eine zweite Seite dieser Frohbotschaft: wir sind nicht nur von diesem Licht der Liebe umgeben und erfüllt, sondern wir sind auch eingeladen, diese Liebe zu teilen, zu schenken, mit anderen Worten: selbst Licht zu sein.

Als Eheleute seid ihr ein besonderes Licht in dieser Welt. Denn:

  • Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen einander ein Versprechen geben, das auf das ganze Leben ausgerichtet ist.
  • Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen einander bedingungslos annehmen, es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen einander vergeben, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat.

Liebe Jubelpaare: ihr seid ein Licht dieser Liebe Gottes, Sakrament und Hoffnungszeichen, das Zuversicht schenkt.