Fronleichnam - Liebe (Predigt)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen des Tages: Dtn 8, 2-3.14b-16a | 1 Kor 10, 16-17 | Joh 6, 51-58

Für mich ist das Brot, das wir in der Eucharistie empfangen,

das wir in der Monstranz verehren
und heute durch unsere Straßen begleiten

die unermessliche Liebe Gottes,

die hier und heute wirkt und die uns berühren und erfüllen möchte.

Vor dieser Liebe neige ich mich staunend und dankbar.
Sie begegnet mir zwar vielfach im Alltag,
aber sie ist weit größer als alles, was ich denken und begreifen kann.

Ich will dieses große Geheimnis mit zwei Beispielen näher beschreiben:

Ich hatte einmal ein Erlebnis auf einem Kinderferienlager: da habe ich auf einer Waldlichtung, wo die Messe stattfinden sollte, auf die Kinder gewartet, die von einem Ausflug dort ankommen sollten. In Gedanken bin ich nochmals die Predigt durchgegangen und plötzlich hatte ich ein unbeschreiblich schönes Gefühl: ich habe die Empfindung gehabt, wie wenn Jesus ganz konkret hinter mir steht und mich anschaut. Und dieser Blick war von so einer Liebe, die mich ganz glücklich gemacht hat.

Der Jesuitenpater Teilhard de Chardin hat einmal bei der Anbetung des Heiligen Brotes in der Monstranz eine mystische Schau gehabt: die kleine weiße Hostie hat sich wie ein Licht über die ganze Welt ausgebreitet und alle Dinge umfasst und erfüllt, sodass sie von innen her ihr tiefstes Wesen ausstrahlen konnten.

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Den Leib Christi zu empfangen heißt für mich:

  • auf Jesus schauen, sich von IHM anschauen lassen
  • sich für seine Liebe glaubend zu öffnen
  • vielleicht auch: sich von seiner Liebe erfüllen und wandeln zu lassen.