Dreifaltigkeitssonntag - Gottes Absicht (Predigt)

Predigt von Pfarrer Mag. Georg Fröschl | Schriftstellen des Tages: Ex 34, 4b.5.-6.8-9 |
2 Kor 13, 11-13 | Evangelium: Joh 3, 16-18

Absicht Gottes mit seiner Schöpfung

Kann ein Kind im Mutterleib schon sagen, welche Augenfarbe seine Mutter hat? - Nein, weil es ja selber im Bauch der Mutter lebt – wie ein Fisch im Wasser. Doch das Kind spürt das Gute, das es durch die Beziehung zur Mutter bekommt: die Nahrung, den Schutz, die Geborgenheit, es hört den vertrauten Herzschlag und die wohltuende Stimme der Mutter.

Genauso ist es mit uns und unserem Verhältnis zu Gott: wir können Gott nicht definieren. Der Dreifaltigkeitssonntag ist also nicht da, damit wir Gott beschreiben und sagen, wie er ausschaut. Vielmehr dürfen wir heute über Gottes Absicht mit uns Menschen sprechen, was Gott uns spüren lassen will.

Und diese Absicht können wir an Jesus besonders gut ablesen; alle Feste im Lauf des Kirchenjahres zeigen etwas von Jesus und etwas von Gott, seinem Abba. Das Dreifaltigkeitsfest ist dann so etwas wie eine Zusammenfassung, die das Wesentliche benennt.

Ich möchte diese Zusammenfassung mit zwei Worten ausdrücken, wie das der Schweizer Dichter-Pfarrer Kurt Marti gemacht hat: er hat Gott nicht dreifaltig genannt, sondern er hat ihn benannt „der gesellige Gott“

Und damit ist eine wesentliche Absicht Gottes mit uns Menschen, ja mit der ganzen Schöpfung, ausgedrückt: Gott ist Beziehung und Liebe, und er will dass wir als sein Abbild untereinander gesellig sind, Gemeinschaft haben. So wie Gott sich selber mitteilt und schenkt, so lädt er auch uns ein, uns zu schenken, uns mitzuteilen, Gemeinschaft zu bilden. Im Johannes-Evangelium ist das sinngemäß so ausgedrückt: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn hingab (seinen Bestes, sein Innerstes, seine Freundschaft, seine ganze Beziehung), damit wir nicht zugrunde gehen, sondern die Fülle des Lebens haben.

... das ist Gottes Absicht