Firmausflug zur Gemeinschaft Cenacolo

Ein Bericht von Nathalie Manschein

Alle Firmgruppen haben sich um 8:45 Uhr vor dem Pfarrheim getroffen, um gemeinsam ins Burgenland zu fahren. Südlich von Eisenstadt machte der Bus halt, wir durchquerten einen Friedhof und standen plötzlich vor dem Haus der „Gemeinschaft Cenacolo“ – das wirklich sehr schön war. Während einer kurzen Wartezeit informierte uns ein junges Mitglied über die Gemeinschaft:

  • Die Gemeinschaft ist 33-34 Jahre alt
  • Sie besteht mittlerweile international aus ehemals süchtigen Männern und Frauen, die durch die christliche Gemeinschaft, Arbeit und Gebet wieder einen Sinn im Leben gefunden haben
  • Die Gründerin, Mutter Elvira, war Italienerin  es wird nur Italienisch gesprochen
  • Für die Arbeit, die sie ausführen wird ihnen nichts gezahlt – sie erhalten sich selbst
  • Die Süchtigen werden „von der Dunkelheit ins Licht“ geführt
  • Wird auch „Schule des Lebens“ und „Schule des Glaubens“ genannt

Dann sind wir in eine Kapelle gegangen. Dort hat uns Stefan ein paar Dinge erzählt, unter anderem auch die Geschichte der Gemeinschaft. Auf der ganzen Welt gibt es ungefähr 60 Häuser von Cenacolo.

Sie beten drei Mal am Tag (in der Früh um 6 Uhr; 1-2Mal für Mutter Elvira; am Nachmittag und am Abend). Außerdem leben sie nur von dem, was man ihnen spendet, den Rest machen sie sich selbst (sie backen Pizza, bauen Tomaten an, melken die Kühe,..)

Die Geschichte der Gemeinschaft:

Mutter Elvira ist als sie noch ein Kind war in den Norden Italiens gezogen, ihr Vater war Alkoholiker. Er holte sie immer nach der Schule ab und da er meistens zu dem Zeitpunkt betrunken war, wurde sie von den anderen ausgelacht. Doch dann hat sie darüber nachgedacht. Denn es war keine Selbstverständlichkeit, dass ihr Vater sie abholt. Dann hat sie es wertgeschätzt und ihr war egal, dass sie von den anderen ausgelacht wurde.

Mit dieser Erfahrung hat sie vielen Jugendlichen mit Problemen helfen wollen.

Eines Tages ging sie mit anderen Leuten spazieren und sah auf einem Hügel eine alte, unbewohnte Villa. Die Fenster waren kaputt, das Dach eingestürzt. Doch Mutter Elvira war extrem begeistert. Vor ihren Augen sah sie ein schönes Haus, in dem Jugendliche fröhlich herumlaufen. So entstand das erste Haus, das sie mit drogensüchtigen Jungen aus Turin in Eigenregie aufbaute.

Persönliche Geschichte eines Amerikaners, der in der Gemeinschaft lebt:

Als er 11 war ist sein Vater gestorben - sie haben sich richtig gut verstanden. Seine Mutter wollte ihm helfen, er wollte sich aber nicht helfen lassen. Dann ist es in seinem Leben nur noch bergab gegangen - privat und in der Schule. Dann hat er mit 14 begonnen Alkohol und Drogen zu nehmen. Mit 19 hatte er einen Autounfall. Das hat ihm die Augen geöffnet. Er hat zum ersten Mal seine Mutter um Hilfe gebeten und ist dann nach Florida zu einer Cenacologemeinschaft gegangen. Dort hat er gespürt, wie wichtig es ist, eine Gemeinschaft um sich zu haben, um von der Sucht wegzukommen. Eines Tages war ein Junge neu in die Gemeinschaft hinzugekommen und er sollte sich um ihn kümmern. Er hat dann großes Vertrauen bekommen und hat sich für ihn verantwortlich gefühlt. Das hat ihm dann noch mehr geholfen. Nach zehn Monaten wurde er in eine andere Gemeinschaft versetzt und es fiel ihm sehr leicht glücklich zu sein.

Dann sind vier weitere junge Männer aus der Gemeinschaft gekommen (alle aus verschiedenen Ländern) und haben ein Lied gesungen und dazu getanzt. Wir haben alle mitgemacht und das war wirklich voll cool und hat mir voll viel Spaß gemacht, weil sie beim Tanzen und Singen so glücklich waren

In der Gemeinschaft gibt es drei Säulen: Gebet, Freundschaft und Arbeit.

Hier leben ca. 33 Jungs, die sich selber versorgen, gemeinsam beten und arbeiten und aufeinander achtgeben. Für das Frühstück-, Mittag- und Abendessen ist abwechselnd einer als Koch verantwortlich, außerdem gibt es alle zwei Samstage selbst gebackene Pizza aus dem eigenen Pizzaofen, einen Teich und einen schönen Garten zum Erholen, einen Kuhstall und Wald zum Aufarbeiten.

Mir persönlich hat der Ausflug sehr gut gefallen, weil alle so fröhlich waren. Am besten hat mir das Tanzen gefallen!